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praktisch NACHHALTIG Jahresrückblick 2012

31.12.2012 – Kurz bevor in Kürze die Korken knallen, wende ich den Blick zurück. Das Jahr 2012 gehört mit Sicherheit zu den intensivsten meines Lebens. Ich habe sehr viel gelernt, inspirierende Persönlichkeiten kennengelernt und viele Impulse aufgenommen. Die Liste unserer Projekte ist unglaublich lang, so dass es mir gar nicht so leicht von der Hand geht, hier nur eine Auswahl der Höhepunkte der vielen Highlights zu treffen. Ich nutze die Gelegenheit, und sage Danke an alle Mitstreiter und Mitenthusiasten – ohne Euch wäre es nicht so ein geniales Jahr geworden!

Die gesellschafts-politische Spielwiese

Auch in diesem Jahr habe ich es sehr genossen, regelmäßig mindestens ein Mal im Quartal ins Kabarett gegangen zu sein. Mal abgesehen davon, dass es einfach Spaß macht, hilft es, die oft tristen Nachrichten von einer anderen Seite zu sehen. So möchte ich auch hier zunächst das Wort an Urban Priol übergeben, der das Jahr 2012 im Allgemeinen für uns zusammenfasst:


Urban Priol via 3sat bietet uns einen Jahresrückblick der besonderen Art, bei dem uns das Lachen schier im Halse stecken zu bleiben droht. Im Zentrum steht natürlich “Miss Erfolg”, wie Urban Priol unser aller Angela tauft, die Schutzpatronin der Banken, die es besonders versteht, allein dadurch nicht zu enttäuschen da sie alle Erwartungen von Anfang an dämpft. Der Neujahrsgruß lässt grüßen.

Ein Schelm, wenn er uns dann fast nebenbei auf das Verursacherprinzip in Sachen Umwelt hinweist (Tropischer Wirbelsturm Sandy). Wenngleich natürlich katastrophal, kam Sandy dennoch nicht ungelegen, denn letztlich hat ein Unwetter möglicherweise den letzten Ausschlag in einem international vielbeobachteten Wahlkampf gegeben. Klimaschutz – im US-Wahlkampf noch als Unwort großzügig umschifft – spielt nun in der kommenden Legislaturperiode Barack Obamas eine größere Rolle. Die Hoffnung schimmert bis zuletzt.

Priol lenkt unsere Gedanken dann von Finanzkrise in die Eurokrise, die unweigerlich zur Europakrise auszuwachsen scheint. Sind wir noch zu retten, wenn wir Griechenland den Gürtel enger schnallen lassen und doch selbst über 2 Mrd Staatsverschuldung angehäuft haben? Offensichtlich scheint die sogenannte “Mitte” sich mehr für die Ergebnisse einer Fußball-Europameisterschaft oder die Anzahl der Goldmedaillen bei Olympia als für Gesetzesänderungen und die aktuelle Lage im eigenen Land zu interessieren.

Es ist zum Haare raufen, wäre da nicht ein Land im Süden der Republik, das im 60. Jahr seines Bestehens den ersten grünen Landesvater und später auch Landeshauptstadt-Oberhaupt frei wählt. Dies könnte so mancher Politikerin oder manchem Politiker das Fürchten lehren. Ich bin sehr neugierig, zu welchen Ver/Ent-Wicklungen dies im Bundestagswahljahr 2013 führen wird!

So googlet Priol für uns und eröffnet uns die Hintergründe des investigativen Journalismus. Er erläutert die Ergebnisse der nationalen wie internationalen Konferenzen und was das mit Schlafforschung zu tun hat. Dabei vergisst er natürlich nicht zu erwähnen, dass wir alle Friedensnobelpreisträger geworden sind. Tilt!

Vielen Dank Urban Priol! Nach diesem allgemeinen Überblick, lasst uns nun unseren Blick für die Themen schärfen, die mich gemeinsam mit meinen Kollegen am stärksten beschäftigt haben:

  • 2012 = Jahr des Fahrrads
  • Attraktiver Arbeitgeber im Zeichen demografischen Wandels
  • Bewusst leben – erfolgreich arbeiten – Zukunft gestalten
  • In 80 Tagen um die Welt: Operation Monkey Business
  • Interieur für passive Raumkühlung – Projektstudie veröffentlicht
  • RANRFID-based Automotive Network


2012 = Jahr des Fahrrads

Ich gehöre schon seit Jahr und Tag zu den Alltagsradlerinnen. In Stuttgart ist das bisweilen eine Herausforderung, aber wir wachsen ja bekanntlich an unseren Aufgaben.

Daher hat mich ein Anruf gleich am 2. Januar ganz besonders gefreut: Auf Empfehlung von B.A.U.M. sprach mich Patrick Kofler von der helios aus Botzen an, ob ich Interesse hätte, mich an einer Ausschreibung für eine Marketingkampagne zur Förderung einer fahrradfreundlichen Mobilitätskultur in Baden-Württemberg zu beteiligen.

Der Rahmen war schnell abgesteckt und wir trafen uns gleich zwei Tage später in Stuttgart. Und dann ging alles Schlag auf Schlag: Konzeption entwickeln und unter den nunmehr drei Partnern helios, raumkom, madiko abstimmen, Angebot formulieren und gestalten (immerhin 431 Seiten!), Präsentieren, Verhandeln.

Knapp drei Monate später waren wir schon mitten drin in der Fahrradförderung. Unser Ziel: Die Freude am Fahrradfahren erhöhen, dem Thema Sichtbarkeit geben und Aktionen anzetteln, bei denen viele Menschen mitgestalten und mitmachen können.

Herausgekommen ist ein umfangreiches RadKULTUR-Programm, das wir dann Stück für Stück in die Realität umgesetzt haben. Hier meine ganz persönlichen Höhepunkte:

Gratis RadCHECKs – Mehr Sicherheit rund ums Rad

Unter dem Motto “Ich hab’s” starteten wir am 29. März 2012 die Initiative. Damit war – unter anderem – auch gemeint: Ich habe das Fahrrad doch schon – ich sollte es nur mal aus dem Kellern holen. So waren 2007 rund 70 % der 1-Personenhaushalte in Baden-Württemberg mit einem Fahrrad ausgestattet. Bei 4-Personenhaushalten gehörte das Fahrrad mit 96 % zur Standardausstattung. [Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, 2009.]

Mit unseren mobilen, kostenfreien RadCHECKs haben wir viele dazu animiert, ihr Fahrrad auf Verkehrssicherheit prüfen zu lassen. Wir waren in Bad Waldsee, Göppingen, Lörrach, Mannheim, Plietzhausen, Ravensburg, Stuttgart und Tübingen. Dabei wurden von Georg Tinnefeld & Co. der Innovationsmanufaktur aus München kleinere Mängel direkt vor Ort behoben: Bremsen einstellen, Lichtanlage überprüfen, Reifen aufpumpen, Fahrradhelm auf richtigen Sitz prüfen, Reflektoren anbringen, Kette ölen und vieles mehr.

Bis zu zwei Stunden standen die Menschen am RadCHECK Schlange. Die Zeit haben wir genutzt, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Unsere “Radflüsterer” haben viele Fragen rund um die Sicherheit im Straßenverkehr für Radfahrer beantwortet. Ein klasse Service, der gut ankam. Auch in 2013 wollen wir diesen Service anbieten. Die ersten Gespräche dazu verlaufen sehr vielversprechend.

RadKULTUR Pilotfahrt – Positiver Diskurs auf ZweiRädern

Was wäre ein RadKULTUR-Programm ohne gemeinsames Radfahren?! Auf der Pilotfahrt von Tübingen nach Stuttgart philosophierten, fachsimpelten und diskutierten wir vom RadKULTUR-Team gemeinsam mit Radfahrerinnen und Radfahrern über die Zukunft des Radverkehrs in Baden-Württemberg.

Die Fahrt hatte Symbolcharakter: Interessierte, engagierte und hoch motivierte RadfahrerInnen und Partner des RadKULTUR-Programmes des Landes schwangen sich gemeinsam mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und von Interessensverbänden auf’s Rad.

Wir trafen uns schon am Morgen zu einem Pressegespräch mit Boris Palmer und Winfried Hermann in Tübingen. Ganz im Sinne eines symbolischen Schulterschlusses radelten Winfried Hermann und Boris Palmer samt Tross im Anschluss an das Pressegespräch zum Tübinger Landratsamt, um dort gemeinsam mit Landrat Jürgen Walter die Eventmesse „Bike, Board & Tourismus“ zu eröffnen. Beim Gang über die Messe erfuhren sie viele Rad-News. Beispielsweise Lastenräder, die mit elektrischer Unterstützung RadlerInnen samt Last am Stück bis zu 80 Kilometer weit befördern können.

Vom Landratsamt fuhren wir zum Tübinger Bahnhof, wo Boris Palmer die RadlerInnen verabschiedete, die sich mit dem eigens für uns bereit gestellten Fahrradzug auf nach Untertürkheim machten. Die Fahrt nutzten wir für lockere Gespräche rund um die RadKULTUR im Land. Zentrale Frage war dabei stets, wie die Menschen in Baden-Württemberg dazu ermuntert werden können, ihr Fahrrad noch häufiger im Alltag zu nutzen. Dabei wurden bereits erste Ideen für den landesweiten Wettbewerb BW sucht Deine RadIDEE entwickelt und gemeinsam an Lösungen rund um Fahrradsicherheit, Mode und Bekleidung getüftelt.

In Untertürkheim stießen weitere MitradlerInnen zu unserer Radgruppe dazu, um die Pilotfahrt über die Benzstraße (L1100), die König-Karl-Straße (L1193), entlang der Cannstatter Straße (B14), vorbei am Neckartor, über die Willi-Brandt-Straße (B14) und Planie zum Stuttgarter Schlossplatz fortzusetzen. Unser Ziel war das Sattelfest im Rahmen der „Stuttgarter FAHR-RAD-Aktionstage“.

Die Landeshauptstadt Stuttgart hatte unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Matthias Hahn und Bürgermeisterin Isabel Fezer dazu eingeladen, die Vielfalt des Radfahrens in der Landeshauptstadt zu erleben: Den Besuchern boten sich Beratung und Testfahrten für Fahrräder – mit und ohne elektrischen Motor –, Radtouren, Radroutenplaner, Fahrradmitnahme im öffentlichen Personennahverkehr, ein Fahrradsimulator mit Reaktionstest, Radcodierung, Pumptrack Parcour, Action Trial-Show und vieles mehr. Das Ministerium für Verkehr und Infrastruktur ergänzte das Programm mit einem gratis RadCHECK.

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion wurden von Bürgermeister Matthias Hahn, Dr. Christian Muschwitz, Experte für Städtebau und RadKULTUR, der ADFC Landesvorsitzenden Dr. Gudrun Zühlke und Verkehrsminister Winfried Hermann schließlich die Themen auf die Bühne gebracht, die RadlerInnen bewegen:

  • Was wird heute schon für die Sicherheit im Radverkehr getan?
  • Was kann jede/r einzelne für die Sicherheit im Radverkehr tun?
  • Was sind die Ziele im Radverkehr in Baden-Württemberg?
  • Wie werden die Ziele umgesetzt?

Allgemeiner Konsens war, dass mit einem landesweiten RadKULTUR Programm, dessen Schwerpunkte sowohl die Förderung von Infrastruktur als auch die Förderung einer fahrradfreundlichen Mobilitätskultur sind, der erste Schritt für ein fahrradfreundlicheres Land getan ist.

Die Initiative “RadKULTUR” ist auf zwei Jahre angelegt. Das heißt auch in 2013 sind wir alle aufgerufen, uns aktiv am Programm zu beteiligen. Denn wenn Politik, Wirtschaft, Verbände und jede/r einzelne BürgerIn sich als Teil dieses Systems begreifen, kann tatsächlich gemeinsam etwas für RadlerInnen in Baden-Württemberg bewegt und realisiert werden.

Eurobike – Aufbruchstimmung in einem wachsenden Markt

Als am 29. August 2012 die EUROBIKE Ihre Pforten öffnete, war die Messe Friedrichshafen für vier Tage wieder Dreh- und Angelpunkt für alles rund ums Fahrrad. Ich muss gestehen: Ich war beeindruckt!

Auf über 100.000 Quadratmetern präsentierten 1.250 Aussteller aus 49 Ländern 366 Weltpremieren. Eine große Vielfalt an Fahrrädern, Ausrüstung, Fahrrad-Mode, Teile und Zubehör, Maschinen, Werkzeuge, Werkstatt- und Ladeneinrichtung, Fachliteratur und vieles mehr.

43.700 Fachbesucher aus 97 Ländern plus 20.500 Fahrradfans am Publikumstag und 1.889 Journalisten aus 42 Nationen wurden an den Bodensee gelockt. Nicht nur die Ausstellung war beeindruckend – auch das Rahmenprogramm: EUROBIKE DEMO DAY, EUROBIKE TRAVEL TALK, HOLIDAY on BIKE, EUROBIKE Fashion Show und der Messe-Bikeparcour. Selbst bei vier (gefühlten acht) Messetagen: Alles konnte ich mir gar nicht anschauen, das ich wollte.

Aus der Vielzahl an Angeboten war es daher auch nicht einfach, die interessantesten für Staatssekretärin Splett herauszusuchen. Ich danke vor allem Erich Kimmich, Landesgeschäftsführer des ADFC Baden-Württemberg. Seine Tipps waren klasse und der Messerundgang hoch interessant für uns alle.

Wir haben uns schließlich die Highlights aus Baden-Württemberg herausgepickt. Die Tour war sehr abwechslungsreich: Lastenräder, Baden-Württemberg-Bike, Manufakturen und große Global Player. Es ist wirklich erstaunlich, wie viele Fahrrad(komponenten)-Hersteller aus Baden-Württemberg stammen. Die Zusammenfassung inklusive meiner Foto-Story steht (bis auf weiteres) auf der Website der Initaitve: RadKULTUR erstmals auf der EUROBIKE 2012.

Ideenwettbewerb “BW sucht Deine RadIDEE”

Unsere beste Idee ist meiner Meinung nach aber der Ideenwettbewerb BW sucht Deine RadIDEE. Losgelöst von Politik und Infrastruktur waren die Tüftler aus Baden-Württemberg aufgefordert, Ideen rund ums Alltagsradeln zu entwickeln.

Was uns Baden-WürttembergerInnen ausmacht, ist unser Erfindergeist. Know how und Forscherdrang sind unsere Stärken. Ich finde es daher nur passend, diese Stärken zum Antrieb für Innovationen rund ums Fahrrad zu machen.

Um dem Wettbewerb eine Richtung zu geben, gaben wir 2012 die Schwerpunkte Sicherheit und trendige Fashion vor. Angesprochen fühlten sich viele: Es wurden über 100 Vorschläge eingereicht und von der Jury bewertet.

Gewonnen haben schließlich (Die Links verweisen auf die Videos):

In der Kategorie Sicherheit: „BlinkerGrips“ von Richard Schartner und Liebmer Trauschein. Ihre in den Fahrradgriff eingebaute Leuchte kann als Begrenzungsleuchte oder Blinkeranlage fungieren.
In der Kategorie Mode/Bekleidung: “Schnelle Regenhose” von Heike Knoche. Die Hose passt in den Trend des Upcyclings, kann leicht nachgeschneidert werden und schützt bei Regenwetter die Oberschenkel der Radlerin bzw. des Radlers.

Das RadKULTUR-Programm des MVI in Kooperation mit helios und raumkom ist eines der ehrgeizigsten in ganz Deutschland. Ich hoffe, es findet zahlreiche Nachahmer.

Auch in 2013 werden wir der Radkultur – auf neuer Ebene – weiter Rückenwind geben

Zwar noch sehr zaghaft, jedoch mit richtiger Grundidee kam dazu 2012 vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung ebenfalls ein weiterer Vorstoß in Sachen nachhaltiger Mobilität: Mit einem nationalen Radverkehrsplan 2020 bekennt sich der Minister zu mehr Fahrradfreundlichkeit, wenngleich ich das für den Radverkehr zur Verfügung stehende Budget nicht für ausreichend halte.

Schon deutlich besser und sinnvoller war dann im letzten Quartal die Entscheidung, dass Diensträder ab sofort den Dienstwägen gleich gestellt sind. Ein Hoch auf Ulrich Prediger, Holger Tumat & Co. für ihr Engagement. Ich bin mächtig stolz, an Leaserad beteiligt zu sein.

Was zunächst als stille Beteiligung über Seedmatch zustande kam, hoffe ich in ein gemeinsames “vernehmliches” Projekt wandeln zu können. Mal schauen, was in den nächsten Monaten möglich sein wird. Schließlich gehört praktisch NACHHALTIG zur “LeaseRad Crowd”.

In jedem Fall freue ich mich, dass es immer mehr Initiativen zur Förderung der Radkultur gibt. Ich drücke den Kollegen für 2013 die Daumen und freue mich auf die von uns im Rahmen von praktisch NACHHALTIG geplanten Aktionen. Dazu in den nächsten Wochen und Monaten mehr.

Attraktiver Arbeitgeber im Zeichen demografischen Wandels

Von der Einführung des Familienpflegezeitgesetzes Anfang Januar haben wohl die wenigsten profitiert. Nach neuesten Meldungen wurden gerade mal 135 Anträge auf Familienzeit gestellt.

Das mag zum einen daran liegen, dass über das Gesetz zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf wenig berichtet wurde. Zum zweiten liegt es sicher auch an der hohen Komplexität des Themas. Zudem gibt es zahlreiche kritische Stimmen, die den Sinn und Zweck des neuen Gesetztes hinterfragen.

Aus meiner Sicht sollten wir dem Thema mehr Zeit geben. Denn auch Elternzeit hat ein Umdenken und eine Reformation der Unternehmenskultur benötigt. Beim Thema Fürsorge und Alter stehen wir vor ähnlichen Herausforderungen. Über Pflege der Angehörigen spricht man nicht. Kaum ein Unternehmer kennt die Zahl der Mitarbeiter, die Familienmitglieder pflegen.

Da wir uns zum Ziel gesetzt haben, nicht nur zu diskutieren, sondern auch zu tun, haben wir 2012 Veranstaltungen in Stuttgart, Karlsruhe, Lübeck und Berlin zum Thema durchgeführt. Dies war unser Beitrag, das Thema Pflege aus der Tabuzone zu holen. Das Projekt war Teil der bundesweiten Aktion „Unternehmen aktiv in der Pflege“, das vom Bundesministerium für Gesundheit unterstützt wird.

Bewusst leben – erfolgreich arbeiten – Zukunft gestalten

Eng mit dem Thema Familien- und Fahrradfreundlichkeit verknüpft, sind die Fragen:

  • Wie kann ich meine vielen Ideen möglichst effizient und mit Freude realisieren?
  • Wie schaffe ich mir ausreichend Entspannung und Erholung, um kreativ, motiviert und gesund zu bleiben?

Fragen, die nicht nur ich mir stelle. Als mich Marga Biebeler Mitte des Jahres ansprach, ob ich nicht das lifeworkcamp unterstützen möchte, war ich sofort begeistert. Gemeinsam mit Jan Theofel hat sie das BarCamp lifeworkcamp organisiert. Ich war mit Rat und Tat dabei und es war ein voller Erfolg:

© madiko.

Das lifeworkcamp bot Raum für Themen wie Motivation, Kreativität, Sinn, Individualität, Personalentwicklung, Energie, Lebensbalance, Verantwortung, (Selbst-)Führung, Philosophie, Entschleunigung, Muße, Sinnkopplung, Achtsamkeit und allem was dazu gehört, um bewusst zu leben, erfolgreich zu arbeiten und Zukunft zu gestalten.

Zirka achzig Teilnehmerinnen und Teilnehmer gestalteten zwei hoch interessante Tage. Da neben vielen Diskussionen und Workshops auch Yoga, Ge(h)spräche und Philosophie angeboten wurde, habe ich trotz Regieaufgaben für unseren Film noch viel Zeit für Muse und Muße gehabt.

Für 2013 bin ich eingeladen, das lifeworkcamp von Anfang an mit zu organisieren. Jan und ich treffen uns in Kürze, um das Konzept für 2013 zu schärfen. Ich freue mich darauf, die vielen diskussionsfreudigen Menschen wieder zu treffen und ihnen eine Plattform zum Austausch anbieten zu können.

In 80 Tagen um die Welt: Operation Monkey Business

Apropos diskussionsfreudig. Eine Welle der Diskussionen hat unser Projekt Affenmärchen ausgelöst. Ausgehend von der These, dass Wirtschaftlichkeit heute für die meisten Menschen lediglich öde Zahlenschupserei auf Dreisatzniveau ist, habe ich gemeinsam mit Gebhard Borck überlegt, wie ein kreativer Zusammenhalt zwischen Sinn und Wirtschaft möglich werden kann.

Klassische Betriebswirtschaftslehre ist unangenehm, macht Druck und verhindert Neues. Mit ihrer gewollt kalt rationalen Ausrichtung auf Profit hat sie mit Begeisterung, Selbstverwirklichung oder Berufung so rein gar nichts am Hut. Und das hörten wir 2012 fast täglich in Form von Finanzkrise oder Eurokrise. Leider.

Als Diplomkauffrau und überzeugte Gemeinwohlökonomin weiß ich, dass es eine menschliche Betriebswirtschaft geben kann und wird. Mir ist es wichtig, praktisch aufzuzeigen, wie menschliches, sinnvolles Wirtschaften gelebt werden kann. Diesen Reformprozess gilt es zu beschleunigen.

Was zunächst als One-Woman-Show begann, ist gemeinsam mit Gebhard Borck zur Operation Monkey Business gereift und hat nun beste Aussicht auf eine internationale Verbreitung. Denn unsere Operation Monkey Business war ein Erfolg: Innerhalb von 80 Tagen sammelten wir 5.000 Euro für die Englische Übersetzung des Fachbuchs “Affenmärchen – Arbeit frei von Lack und Leder”. Unsere Crowdfunding-Aktion setzten wir mit Unterstützung von startnext um.

© madiko: Film Operation Monkey Business für unsere Crowdfunding-Aktion bei startnext – entstanden im Frühjahr 2012.

Besonders hilfreich war dabei, dass Gebhards Reformationsschrift nicht an eine Kirchentür genagelt ist. Unserer Zeit entsprechend, findet sie sich im sakralen Zentrum des 21. Jahrhunderts: im Internet. Als Affenmärchen-Blog kann man das Buch frei zugänglich und ohne Werbeunterbrechung lesen. Ab 2013 dann auch in Englisch. Und damit ist der erfolgreiche Blog dann nicht nur für deutschsprachige Diskussionsfreudige offen – sondern international.

Die Übersicht über die von uns unterstützten Crowdfunding-Projekte findest Du unter: praktisch NACHHALTIG bei startnext. Auch in diesem Jahr wird es spannend. Wir haben wieder sehr interessante Projekte in petto. In Kürze dazu mehr.


Interieur für passive Raumkühlung – Projektstudie veröffentlicht

Ein ganz besonderer Höhepunkt in diesem Jahr war für mich die Präsentation unserer Projektstudie Raumkonzepte und Interieur für passive Raumkühlung auf der Consense. Denn es ist das erste im Rahmen von praktisch NACHHALTIG entwickelte Produkt: Das Eiswürfelprinzip für Möbel, Wände und Interieur aller Art.

Heutiges Bauen erfordert – neben der Betrachtung der Wirkung auf das Betriebsklima – die ganzheitliche Betrachtung aller Gebäudeteile bezüglich ihres Einflusses auf Raumklima sowie Energieeffizienz. Als Folge wird in modernen Bauten häufig Sichtbeton gewählt, um die benötigte thermische Masse einzubringen.

Während Sichtbeton das Raumdesign maßgeblich beeinflusst, bietet der Einsatz von Latentwärmespeichern (engl. Phase Change Material, PCM) für den Architekten neue Freiheitsgrade bei der Gestaltung von thermisch wirksamen Oberflächen in Räumen. Mit PCM aktivierte Oberflächen können sowohl Raumumschließungsflächen als auch Oberflächen von Einbauten oder der Möblierung sein.

Nur mit einem branchenübergreifenden Team war es möglich, diese innovative Lösung zu entwickeln. Da wir damit gleichzeitig sehr individuelle Lösungen anbieten wollen und können, sind wir als Gemeinschaft in der Lage, zukünftig über kühlende Wände und kühlende Möbel Interieur anzubieten, das quasi als mobile Klimaanlage fungieren kann.

Die Ergebnisse unserer Projektstudie zeigen eine signifikante Reduzierung der Energie-, Betriebs- und Jahreskosten sowie der CO2-Emissionen. Passive Raumkühlung mit energie- und kostensparender Gebäudetechnik verbindet sich zu individuellem Interior Design. Und das ist der eigentliche Clou. Denn so schaffen wir Raumkonzepte, die Möglichkeitsräume und größtmögliche persönliche Freiheit bieten.

RANRFID-based Automotive Network

Mit unserer filmischen Dokumentation zu RAN haben wir einem weiteren Projekt Sichtbarkeit gegeben, das ebenso wie unser “Raumkonzepte & Interieur” von der branchenübergreifenden Zusammenarbeit lebt. Nur durch den offenen, vertrauensvollen Austausch entlang der Lieferkette der Automobilindustrie konnten wirtschaftliche und umweltfreundliche Lösungen entwickelt werden, um die Prozesse in der Automobilindustrie transparent und optimal steuern zu können.

Die Herausforderung lässt sich wie folgt zusammenfassen: Sie gilt als eine Königsklasse der Logistik: Die Automobilindustrie. 2012 wurden rund 60 Mio. PKW individuell auf Kundenwunsch gefertigt. Das sind ca. 165.000 Fahrzeuge pro Tag. Bedingt durch die zunehmende Variantenvielfalt und die Konzentration der Unternehmen auf ihre Kernkompetenzen, ergibt sich eine Aufteilung der Wertschöpfung auf eine Vielzahl von Unternehmen.

Um der steigenden Komplexität in diesen Produktions- und Logistiknetzen begegnen zu können, wurde im Januar 2010 das Forschungsprojekt „RAN – RFID-based Automotive Network“ins Leben gerufen. RAN ist eines von 14 Projekten des Technologieprogramms „Autonomik – Autonome und simulationsbasierte Systeme für den Mittelstand”.

Das RAN-Konsortium nutzt die Möglichkeiten der Radio Frequency Identification (RFID), um die hoch komplexen Produktions- und Logistikprozesse zu steuern. Automobilhersteller, Zulieferer, Logistikdienstleister, IT-Spezialisten und Wissenschaftler bündelten ihr Wissen, um Standards für eine unternehmensübergreifende, intelligente Materialfluss-Steuerung zu entwickeln.

Nach drei Jahren intensiver Forschungsarbeit können nun alle RAN-Mitglieder der Automotive-Prozesskette auftragsspezifische Daten über standardisierte Prozesse und Steuerungsszenarien untereinander austauschen. Die dadurch entstehende Transparenz ermöglicht eine bedarfsgerechte, optimierte und stabile Prozesskette für alle Akteure. Effiziente Logistik hilft jedoch nicht nur Kosten zu sparen, sondern spart auch Ressourcen und ist deshalb gut für die Umwelt.

Wir haben das RAN-Konsortium im letzten Halbjahr bis zur Abschlusspräsentation begleitet und beraten. Das Ergebnis der Gespräche haben wir mit unserem Film dokumentiert. Besonders beeindruckt hat mich dabei die pragmatische und offene Art, mit der das RAN-Team mit uns zusammengearbeitet hat. Ich bin gespannt, was sich daraus noch entwickeln kann.

Vielen Dank!

Alles zusammen wäre nicht möglich gewesen ohne Mitgestalter, Partner, Kollegen, Freunde und auch kritische Stimmen und Mahner. Mein besonderer Dank für Euer Engagement und Eure Offenheit im Sinne des Gemeinsamen während des vergangenen Jahres geht daher an:

Alexandra Wüster, Alfred Kiess, Amelie Thomé, Andreas Zeuch, Axel Bitzer, Benny Wagener, Bertram Witz, Björn Bretschneider, Carsten Kipper, Christian Muschwitz, Christof Rauen, Daniel Schier, Erich Kimmich, Fabienne Daul, Gebhard Borck, Georg Tinnefeld, Günther Innerebner, Harald Amelung, Heiner Monheim, Ingo Valtigoer, Jan Theofel, Jens Fuchs, Jens Schneider, Karl-Hans Kern, Maik Weiss, Manfred Riepertinger, Marc Glasl, Marco Schmid, Marga Biebeler, Mario Kutruff, Markus Besch, Markus Stegfellner, Matthias Kauffmann, Matthias Philippi, Michael Koch, Nora Schreiber, Oliver Czech, Patrick Kofler, Stefan Rösler, Torsten Mertz, Wolfgang Gauchel, und viele viele mehr.

Auch nicht vergessen sind unsere zahlreichen Fans und “Verfolger” (follower), die mit uns über unsere Social Media-Kanäle eng verbunden sind. Vielen Dank fürs Teilen, Kommentieren, Markieren!

Auf ein Neues in 2013!


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